When
Where
Goethestraße 1, Hohen Neuendorf, Ortsteil Niederheide, 16540
Event Type
Erfahrungen, Betriebsergebnisse und Erkenntnisse für zukünftige Nichtwohngebäude
Der Aktionskreis Energie e. V. lädt zu einer besonderen fachlichen Vor-Ort-Veranstaltung ein: Nach rund 15 Jahren Echtbetrieb wird die Grundschule in Hohen-Neuendorf erneut aus der Perspektive der energetischen und technischen Gebäudequalität betrachtet.
Die Schule wurde bereits mehrfach im Rahmen von Veranstaltungen des AK vorgestellt. Im Jahr 2013 erhielt sie als erste Schule das Nachhaltigkeitszertifikat nach BNB in Gold. Die Veranstaltung bietet nun die seltene Möglichkeit, die ursprünglichen Planungsziele mit den Erfahrungen aus dem langjährigen Betrieb zu vergleichen.
Im Mittelpunkt steht damit nicht allein die Besichtigung des Gebäudes, sondern die fachliche Auswertung eines langjährig betriebenen Nichtwohngebäudes und die Frage, welche Erkenntnisse sich daraus für Planung, Betrieb, Instandhaltung und zukünftige Schul- und Bildungsbauten ableiten lassen.
Die Schule gehörte zu den frühen Beispielen für den Einsatz einer hybriden Lüftung mit dem Ziel, bei möglichst geringem Energieverbrauch und niedrigen Betriebskosten gesundheitlich zuträgliche Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen zu schaffen.
Für die Planung waren seinerzeit CO₂-Zielwerte von 1.900 ppm als Spitzenwert und 1.400 ppm als gleitender Stundenmittelwert vorgegeben. Die mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung wurde entsprechend der vorgesehenen Belegung ausgelegt. Zusätzliche Luftmengen sollten über motorisch zu öffnende Lüftungsflügel und bei Bedarf über manuell zu öffnende Fenster bereitgestellt werden.
Bereits die frühere Evaluierung nach drei Jahren Echtbetrieb hatte gezeigt, dass insbesondere die elektrischen Fensteröffner, die Steuerung und die Wetterstation erhebliche Herausforderungen für einen zuverlässigen Betrieb darstellen können.
https://aktionskreis-energie.de/wp-content/uploads/2015-Monitoring-Plusenergie-Grundschule-Hohen.pdf
Die nunmehrige Betrachtung nach rund 15 Jahren ermöglicht es, diese frühen Betriebserfahrungen, um Erkenntnisse aus einem deutlich längeren Nutzungszeitraum zu ergänzen.
Marita Klempenow vom Hochbauamt und der langjährige Facilitymanager der Schule, Michael Langkabel begleiten die Begehung und erläutern Hintergründe zur Planung und Erfahrungswerte im Schulbetrieb.
Fachliche Schwerpunkte: Im Rahmen der Begehung und des anschließenden fachlichen Austauschs werden insbesondere folgende Themen behandelt:
- Hybrides Lüftungskonzept und Raumluftqualität
- Funktionsweise und Betriebserfahrungen des hybriden Lüftungssystems
- Einhaltung der ursprünglich definierten CO₂-Zielwerte
- Erfahrungen mit Luftmengen, Wärmerückgewinnung und Nutzerverhalten
- Wartungs- und Betriebsaufwand
- Erfahrungen hinsichtlich Nutzerzufriedenheit und Raumluftqualität
- Automatisierte Fensterlüftung und Gebäudeautomation
- Betriebserfahrungen mit motorisch betriebenen Lüftungsflügeln
- Zusammenspiel von Steuerung, Wetterstation und Fensteröffnern
- aufgetretene Betriebsprobleme und deren Behebung
- Anforderungen an robuste und anpassungsfähige Gebäudeautomationssysteme
- Sommerlicher Wärmeschutz und Überhitzung
- Erfahrungen mit sommerlichen Raumtemperaturen im langjährigen Betrieb
- Bedeutung von Lüftungsstrategie, Fenstersteuerung und Nutzerverhalten
- Anforderungen an die Planung von Überhitzungsschutz und zulässigen Überhitzungsstunden
- Übertragbarkeit der Erfahrungen auf heutige Schulgebäude
- Energieeffizienz im tatsächlichen Gebäudebetrieb
- Vergleich von Planungszielen und Betriebserfahrungen
- Bedeutung der Betriebsführung für die energetische Qualität eines Gebäudes
- Erkenntnisse aus Monitoring und langfristiger Beobachtung
- Möglichkeiten und Grenzen eines weiterführenden Monitorings
- Langzeitqualität und Instandhaltung
- Erfahrungen mit der Holzkonstruktion nach langjähriger Nutzung
- Dauerhaftigkeit und Qualität eingesetzter Bau- und Ausstattungsmaterialien
- Erfahrungen mit Bodenbelägen und Reinigungskonzept
- Wartungsanfälligkeit technischer Anlagen und Bauteile
- Weiterentwicklung des Gebäudekonzepts
- Erfahrungen aus den späteren Erweiterungen, insbesondere Mensa und Bibliothek
- Welche konstruktiven und technischen Prinzipien haben sich bewährt?
- Welche Planungsansätze würden heute anders gewählt?
- Übertragbarkeit auf zukünftige Nichtwohngebäude
- Welche Erkenntnisse lassen sich auf heutige Schul- und Bildungsbauten übertragen?
- Welche Anforderungen sollten Bauherren bereits in der Planungsphase eindeutig formulieren?
- Wie können Energieeffizienz, Raumluftqualität, sommerlicher Wärmeschutz, Nutzerkomfort und Wirtschaftlichkeit gemeinsam betrachtet werden?
- Würde die Stadt Hohen-Neuendorf das Gebäude heute wieder nach einem vergleichbaren Konzept errichten?
Lernziele der Fortbildung
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen nach der Veranstaltung:
- die wesentlichen Planungsprinzipien des betrachteten Lüftungs- und Gebäudekonzepts nachvollziehen können,
- die Bedeutung von Monitoring und Betriebsoptimierung für die tatsächliche energetische Gebäudequalität einschätzen können,
- Erfahrungen mit hybriden Lüftungskonzepten und Gebäudeautomation auf andere Nichtwohngebäude übertragen können,
- Zusammenhänge zwischen Lüftung, Raumluftqualität, Energieverbrauch und sommerlichem Wärmeschutz beurteilen können,
- typische Risiken und Wartungsanforderungen automatisierter Lüftungs- und Fenstersteuerungen erkennen können,
- die Bedeutung klarer planerischer Vorgaben für Raumluftqualität und Überhitzungsschutz beurteilen können,
- aus einem langjährig betriebenen Referenzgebäude konkrete Schlussfolgerungen für die Planung und den Betrieb zukünftiger Schul- und Nichtwohngebäude ableiten können.
Die Veranstaltung verbindet damit die Vor-Ort-Erfahrung eines real betriebenen Gebäudes mit fachlicher Diskussion aus Planung, Zertifizierung, Wissenschaft und Gebäudebetrieb.
Veranstaltungsziel
Anhand eines konkreten und seit vielen Jahren genutzten Gebäudes soll untersucht werden, welche ursprünglich formulierten energetischen und funktionalen Ziele im tatsächlichen Betrieb erreicht wurden, wo sich Schwachstellen gezeigt haben und welche Konsequenzen daraus für die Planung und den Betrieb zukünftiger Nichtwohngebäude gezogen werden können.
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Energieberaterinnen und Energieberater, Architektinnen und Architekten, Ingenieurinnen und Ingenieure, Fachplanerinnen und Fachplaner der Technischen Gebäudeausrüstung, Betreiberinnen und Betreiber von Nichtwohngebäuden sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und öffentlichen Bauherren.
Für diese Veranstaltung wird für die Eintragung bzw. Verlängerung der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes mit
- 3 Unterrichtseinheiten (Wohngebäude),
- 3 Unterrichtseinheiten (Energieberatung im Mittelstand),
- 3 Unterrichtseinheiten (Nichtwohngebäude) beantragt.
Von der Architektenkammer Berlin werden
- 3 Punkte anerkannt.
Auch von der Architektenkammer Brandenburg wird die Veranstaltung im Themengebiet Baupraxis als Weiterbildung anerkannt.
Dank unserer Kooperation mit der Volkshochschule S-Z und einer Förderung durch die Koordinationsstelle Klimaschutz des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf ist eine limitierte Anzahl von Tickets für die interessierte Öffentlichkeit kostenfrei.
Für das Ausstellen einer Teilnahmebestätigung wird eine Verwaltungsgebühr erhoben.
- 80 € für Nichtmitglieder
- 60 € für Mitglieder von Kooperationspartnern (LFE)
- 40 € für Mitglieder des Aktionskreis Energie e.V.
Bitte überweisen Sie den entsprechenden Betrag vorab auf unser Konto bei der GLS Gemeinschaftsbank eG IBAN: DE94 4306 0967 1374 3671 00 mit dem Vermerk „21.10.2026 „Hohen Neuendorf“. Die Teilnahmebescheinigung erhalten Sie nach Zahlungseingang. Bei Nichtteilnahme gibt es keine Erstattung, weil der Verwaltungsaufwand dann schon geleistet wurde.
Wenn Sie die Vergünstigungen für Mitglieder in Anspruch nehmen wollen, schicken Sie uns vor der Anmeldung Ihren Antrag auf Mitgliedschaft.
Ihre Kontaktdaten verwenden wir ausschließlich zur Benachrichtigung über aktuelle Veranstaltungen des Aktionskreis Energie e.V. Für die Teilnahmebescheinigung geben Sie bitte Ihre vollständigen Adressdaten im Buchungsformular ein. Die Daten werden verschlüsselt übertragen!
DSGVO Datenschutzhinweis: Die Daten werden zur Veranstaltungsdurchführung an unseren Kooperationspartner weitergeleitet. Eine Kopie der Teilnehmerlisten (Name, Vorname, Institution) geht an die VHS als Nachweis für Fördermaßnahmen. Siehe auch Datenschutzordnung des AkE.
Bitte beachten Sie auch die Datenschutzhinweise unserer AkE-Onlineplattform.
Wir erproben unser neues Buchungssystem.
Bitte folgen Sie dazu diesem Link: https://app.campai.com/em/p3ygu/events/6ab4dbe31dabc35d7dd2654e/info
Falls es Komplikationen gibt, wenden Sie sich bitte an Romahn@ake-ev.de
Bitte hinterlassen Sie gerne Ihre Kommentare und Anregungen im Notizfeld.
