Energieberatung im Baudenkmal

Datum: 12. Mai 2020
Zeit: 16:30 - 19:00


Experten UE: 2-2-2
Moderation: Dipl.-Ing. Peter Schrage-Aden, Aktionskreis Energie e.V.
Referenten: Dipl.-Ing. Peter-Henning Bigge


Veranstalter: Aktionskreis Energie e.V., KEBAB gGmbH, Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf
Förderung: Umwelt- und Naturschutzamt Steglitz-Zehlendorf

Bildungsvortrag

Energieberatung im Baudenkmal

Liebe Mitglieder des Aktionskreis Energie e.V., liebe Kooperationspartner, Freunde und Teilnehmer unserer Veranstaltungen,
die Corona-Pandemie zwingt uns neue Wege zu gehen und hat die Kommunikation in das Internet verlagert. Auch wir testen derzeit verschiedene Dienste, um unsere Veranstaltungen zukünftig als Onlineseminare anbieten zu können.

Mit dieser Veranstaltung wollen wir nun in den Online-Schulungsbetrieb einsteigen.

Baudenkmäler schützen, Werte erhalten. Aspekte des Denkmalschutzes an Beispielen denkmalgeschützter Gebäude in Berlin und in der Papageiensiedlung. Vorgaben, Möglichkeiten und Förderungen bei der energetischen Sanierung.

In einem denkmalgeschützten Gebäude zu wohnen ist etwas Besonderes. Es zu sanieren erfordert nicht nur die Liebe der Bewohner zum Objekt, sondern Kenntnisse von der Bausubstanz und den Möglichkeiten bei Umbau und Sanierung, sowie die Beachtung rechtlicher Auflagen. Meist gibt es viele Fragen und Aufgabenstellungen, für welche Lösungen gesucht werden.

Unser Mitglied, der Energieberater Peter-Henning Bigge, hat in Zehlendorf Bauvorhaben im Umfeld der Siedlung „Onkel Toms Hütte“ und „Waldsiedlung Zehlendorf“, oft auch als „Papageiensiedlung“ bezeichnet, begleitet. Individuelle Berechnungsansätze und Lösungen wurden erstellt und umgesetzt.

Im Vortrag werden Projekte vorgestellt und folgende Themen angesprochen:
  •  Erste Schritte zum Projekt
  •  Der Denkmalschutz
  •  Die Objekterfassung
  •  Energiekonzepterstellung und Ausführungsplanung
  •  Berechnungen am Objekt (Wärmebrücken, Lüftungskonzept, sommerlicher Wärmeschutz)
  •  Dachdämmung im Denkmalschutzbereich
  •  Dämmung der Außenwände von innen, außen oder dazwischen
  •  Dämmung und Beheizung des Kellerbereiches
  •  Betrachtung von Anlagentechnikkonzepten
  •  Die Kostenbetrachtung
  •  Förderungen rund um die Planungsmaßnahmen und Umsetzung.

Vortragsunterlagen Dipl.-Ing. Peter-Hennig Bigge:

Weitere Links mit Hinweisen und Informationen:

  • Unsere Veranstaltungen zum Denkmalschutz finden Sie hier 
  • Merkblatt zur Sanierung von Doppelkastenfenstern hier
  • Innendämmung als wichtiger Baustein einer denkmalgerechten Sanierung hier
  • Schreiben an die Senatsbaudirektorin zur Baukultur hier
  • Ausstellung Denkmal Energetisch hier 
  • Ausnahmen bei Baudenkmalen und erhaltenswerter Bausubstanz sind von der unteren Denkmalschutzbehörde zu bescheinigen. Gff. erforderlich bei der Beantragung von Fördermitteln z.B. bei der Anwendung von Dämmputz statt Dämmung oder der Sanierung von Kastenfenstern.
  • EnEv Paragraph 24: 
  • (1) Soweit bei Baudenkmälern oder sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz die Erfüllung der Anforderungen dieser Verordnung die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigen oder andere Maßnahmen zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen, kann von den Anforderungen dieser Verordnung abgewichen werden.
    (2) Soweit die Ziele dieser Verordnung durch andere als in dieser Verordnung vorgesehene Maßnahmen im gleichen Umfang erreicht werden, lassen die nach Landesrecht zuständigen Behörden auf Antrag Ausnahmen zu.

Beachten Sie auch unsere nächste Veranstaltung zu Dämmputze, die inhaltlich an Baudenkmale anknüpft.

 

Kommentar von Georg Schmid, Aktionskreis Energie e.V.

Ich lebe in der Papageiensiedlung, im sogenannten Peitschenschlag, dem lang gekurvten Gebäude an der Argentinischen Allee. 2017 wurde die komplette Fassade frisch verputzt und gestrichen. Leider wurde dabei die Gelegenheit verpasst, eine vernünftige Fassadendämmung aufzubringen. Dabei hat die Dämmung des Dachbodens schon für erheblich reduzierte Heizenergie und mehr Wohnkomfort gesorgt. Aus Gründen des Denkmalschutzes wurde das ursprüngliche Farbkonzept umgesetzt – mit schwarzen Fensterbrettern. Im Gegensatz zu Weiß absorbiert Schwarz die Infrarotstrahlung und heizt sich auf. Nach drei Wochen im sonnigen Frühling war die frische Farbe abgeblättert.

Nun frage ich mich: Was nützt es, ein lebendiges Bild der Baukunst und Lebensweise vergangener Zeiten zu erhalten, wenn deren antiquierten (Energie-)Standards der Erhaltung der Erde als Lebensraum zuwiderlaufen?

Corona bietet uns die Gelegenheit, innezuhalten und alte Gewohnheiten zu überdenken. Konsum als Gebot der Industriegesellschaft hat den Planeten an den Rand des Kollapses gebracht. Jetzt ist der Scheidepunkt erreicht: Wollen wir selbstsüchtig weiterleben wie bisher oder übernehmen wir Verantwortung für unsere Lebensgrundlagen, unsere Nachkommen, die Zukunft der Menschheit? Wir brauchen neue Lebensmodelle und eine neue Raumpolitik – kleine, dezentrale lokale Einheiten als gemeinsame Erfahrungsräume.

Es müssen ausnahmslos alle Lebensbereiche auf den Prüfstand, um die globale Herausforderung zu bestehen. Dazu gehört auch die Frage nach einem zeitgemäßen Denkmalschutz.

Inspiriert zu diesen Gedanken wurde ich durch einen Artikel von Bernd Scherer in der FAZ.net, den ich auch in einem Blogbeitrag aufgegriffen habe.

Mein Kollege Peter Schrage-Aden ist mehr mit der traditionellen Baukultur verbunden und blickt in einer Gesamtschau auf 15 Jahre Wirken des Aktionskreis Energie e.V. Integrales Planen und Bauen als Schlüssel zum Erfolg ist eines der Fazits, die er daraus zieht.

Wenn Sie auch ein Statement zum Thema abgeben wollen, schreiben Sie eine Mail an kontakt@ake-ev.de und stimmen der Veröffentlichung unter Ihrem Namen auf der Veranstaltungsseite „Energieberatung im Baudenkmal“ zu.

 

 


Anmeldung

Die Veranstaltung ist ausgebucht.