Neue Baustoffe für die Energiewende – Infraleichtbeton kann eine Lösung sein – AkE-Online

Datum: 27. Oktober 2020
Zeit: 17:30 - 20:00


Experten UE: 3-3-3
Moderation: Dipl.-Ing. Peter Schrage-Aden, Aktionskreis Energie e.V.
Referenten: Dr.-Ing. Alexander Hückler, TU Berlin (FG Entwerfen und Konstruieren – Massivbau)


Veranstalter: Aktionskreis Energie e.V., KEBAB gGmbH, Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf
Förderung: Umwelt- und Naturschutzamt Steglitz-Zehlendorf

Bildungsvortrag

Neue Baustoffe für die Energiewende – Infraleichtbeton kann eine Lösung sein – AkE-Online

Herkömmliche Dämmsysteme erzeugen nicht abschätzbare Mengen an Sondermüll. Intensiv wird nach Alternativen gesucht. Vor 3 Jahren hatte der AK-Energie zu einer Besichtigung in der TU-Berlin eingeladen, um die dortige Forschung an Infraleichtbeton vorzustellen.

Die TU Berlin forscht seit langem an Infraleichtbeton, der mehrere Eigenschaften verbinden soll:

  • Gute Wärmedämmung, um eine monolithische Wand mit einem U-Wert von >0,2 W/m²K zu realisieren,
  • ausreichende Festigkeit
  • die Möglichkeit der Gestaltung sowie
  • ausreichende Diffusionsdichtigkeit gegen Schlagregen und Gase.

Aktueller Stand der Entwicklung:

  • Infraleichtbeton hat eine Dichte von ca. 700 kg/m³, ist damit leichter als Wasser. Dieses wird u.a. durch eingeschlossenen Blähbeton erreicht.
  • ILC wird bei entsprechend den Anforderungen an die Druckfestigkeit mit unterschiedlichen Dichten angeboten.
  • Die Wärmeleitfähigkeit des ILC 700 ist kleiner 0,166 W/(mK) und erfüllt bei einer Wanddicke von 50 cm Passivhaus Anforderungen.
  • Für die Armierung wird verzinkter Stahl verwendet, da es noch keine Erfahrungen gibt, wie weit das CO2 der Luft in den sehr leichten Werkstoff eindringt und dort zu einer Versäuerung führt.

Im Dezember 2018 wurde der Jugendtreff „Betonoase“ als eines der ersten öffentlichen Gebäude in Berlin aus diesem Baustoff an den Auftraggeber, das Bezirksamt Lichtenberg, übergeben. In diesem Jahr hat die „Betonoase“ einen Architekturpreis gewonnen.

Dr.-Ing. Hückler wird uns in einem Vortrag über den Stand der Entwicklung informieren und seine Erfahrungen mit diesem Baustoff vermitteln und ggf. neue Bauvorhaben in Berlin vorstellen.

Wir haben beim Architekten der Betonoase, Herrn Popp nach weiteren Bauvorhaben angefragt und werden gff. in einem nächsten Schritt eine Führung anbieten.

Umstritten sind hinsichtlich einer Aufnahme des Baustoffes in die Beschaffungsrichtlinie des Landes Berlin (VwVBU) noch die Zuschlagsstoffe, hier vor allem des Blähbeton. Leider, so schrieb uns der zuständige Referent, gibt es bislang noch zu wenig praktische Erfahrung, Blähton durch Blähgranulat aus Mauerwerksbruch zu ersetzen. Da die VwVBU im nächsten Jahr fortschrieben wird, werden wir zeitnah nachfragen, ob es eine Möglichkeit gibt, diesen vielversprechenden Baustoff entsprechend zu zertifizieren.

In der DBZ (Deutsche Bauzeitung) findet sich ein ausführlicher Artikel über den Werkstoff und das Gebäude. https://www.dbz.de/artikel/dbz_Leichter_als_Wasser_3302993.html

Vortragsunterlagen Dr. Hückler:

 


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