Resilienz bei Black Out durch Kat-Leuchttürme

Datum: 17. September 2019
Zeit: 17:30 - 20:00
Ort: KEBAB Vortragsraum

Moderation: Dipl.-Ing. Peter Schrage-Aden, Aktionskreis Energie e.V.
Referenten: Martin Surma, Senatsverwaltung für Inneres und Sport


Veranstalter: Aktionskreis Energie e.V., KEBAB gGmbH, Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf
Förderung: Umwelt- und Naturschutzamt Steglitz-Zehlendorf

Infovortrag

Resilienz bei Black Out durch Kat-Leuchttürme

Der Stromausfall in Köpenick und die katastrophale Lage in Venezuela hat uns vor Augen geführt, wie verletzlich unsere Energieversorgung ist. Zwar kommen solche Blackouts in Berlin fast nie vor, aber sie sind nicht auszuschließen, wenn 2 oder mehr Vorfälle zusammen auftreten. Hätten wir während des Stromausfalls im Januar winterliche Temperaturen unter -10 Grad gehabt, hätte der Schaden durch geplatzte Wasserleitungen und Heizungen allein in den öffentlichen Gebäuden in die Milliarden gehen können. Sind wir als Stadt darauf vorbereitet?

Ein aktueller Artikel zum Vorfall in Köpenick fand sich am 19.8.19 im Tagesspiegel.

Ausgehend von den Arbeiten im Forschungsvorhaben „TankNotStrom“ entstand die Idee, notstromversorgte „leuchtende Inseln“ zu „Katastrophenschutz-Leuchttürmen“ auszubauen, um die Bevölkerung in kritischen Situationen mit Informationen und Hilfsangeboten versorgen zu können.

Um nur einige Probleme anzusprechen, die bei einem Stromausfall über 24 Stunden auftreten zu benennen: Notstromaggregate in Krankenhäuser haben nur einen begrenzten Tankvorrat, in der Regel für ca. 5 h. Dann bedarf es Tankfahrzeugen, die ohne Stromversorgung betanken können! Viele Dialysecentren haben keine Notstromversorgung! Kühlketten brechen ein. Gebäude, z.B. Schulen, haben keine Kältewache, die überprüft, ob die Fenster geschlossen sind……

Das Hauptproblem aber ist die Kommunikation. Wohin werden Notrufe gesendet oder gebracht und wohin wende ich mich, wenn ich Hilfe anbieten kann?

Die Berliner Feuerwehr hat dazu zusammen mit dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf und anderen ein Forschungsprojekt durchgeführt: https://www.berliner-feuerwehr.de/forschung/kat-leuchttuerme/

Herr Surma, ehemaliger Mitarbeiter im Bezirk Steg.-Zehl. und jetzt bei der Innenverwaltung für Katastrophenschutz zuständig, wird uns das Projekt vorstellen.

Eine Frage dabei ist: was können Architekten und Planer leisten, um Schäden im Katastrophenfall zu minimieren? Bei jedem starken Frost der vergangenen Jahre hatten wir mindestens ein Gebäude im Bezirk, das schwer geschädigt wurde, weil ein Fenster nicht geschlossen war, die Heizung ausfiel und der Frost dann sein Übriges tat. Die dadurch entstehenden Schäden sind oft höher als alles, was durch Energieeinsparung wieder reingeholt werden kann.

Unabhängig davon, ob die Digitalisierung unsere Energiesysteme angreifbarer machen – in Köpenick war es ein Baggerführer, der sich vorher nicht erkundigte, wo die Kabel liegen und ein Energieversorger, der beide Kabel nebeneinander verlegt – sind Energiesysteme nie ganz sicher, aber sie können resilienter betrieben werden. (So sollte ein Architektenbüro organisiert sein, dass es auch bei Stromausfall die Baupläne findet, die gff. benötigt werden).

Weitere Informationen von der Berliner Feuerwehr zu „Katastrophenschutz-Leuchttürmen“.

Vortragsunterlagen:


Anmeldung

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