Klimasozial sanieren: So geht es

Datum: 24. September 2019
Zeit: 17:30 - 20:00
Ort: KEBAB Vortragsraum

Experten UE: 2-2-2
Moderation: Dipl.-Ing. Bernd Steinhoff, Aktionskreis Energie e.V.
Referenten: Dipl.-Pol. Sabine Drewes, Heinrich Böll Stifung


Veranstalter: Aktionskreis Energie e.V., KEBAB gGmbH, Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf
Förderung: Umwelt- und Naturschutzamt Steglitz-Zehlendorf

Bildungsvortrag

Klimasozial sanieren: So geht es

Die Schüler/innenbewegung FridaysForFuture fordert dringend entschlossenes Handeln gegen die Klimakrise ein, aber ein Problem bleibt im Gebäudesektor: Auch energetische Modernisierungen, die aus klimapolitischer Sicht dringend notwendig sind, tragen teilweise erheblich zum Anstieg der Mieten in Ballungsräumen bei.
Gibt es keinen Ausweg aus dem Dilemma zwischen klimafreundlichen Gebäuden und einer sozialverträglichen Vermietungspraxis? Doch – wir stellen fünf Beispiele vor, wo es anders gemacht wurde.

Exorbitante Mietsteigerungen in den Städten

Kaum etwas beschäftigt die Bewohner/innen städtischer Ballungsräume heute mehr als Wohnungsnot und explodierende Mietpreise. Gegenwärtig befürchten fast drei Viertel aller Deutschen, sich wegen steigender Mieten ihre Wohnungen nicht mehr leisten zu können. Das nicht ohne Grund: Seit etwa zehn Jahren stiegen die Mieten in städtischen Ballungsräumen, also in Großstädten und den umgebenden Kommunen, stark an. Mit am stärksten war der Anstieg in der deutschen Hauptstadt, wo sich die Mieten in den letzten zehn Jahren durchschnittlich fast verdoppelt haben.

Zu den Treibern der Mietenexplosion gehören auch energetische Modernisierungsmaßnahmen. Laut einer Studie des Berliner Mietervereins von 2017 sind die Mieten bei den dort untersuchten 200 Modernisierungsfällen um durchschnittlich 2,44 €/m2 bzw. – gemessen an der ortsüblichen Vergleichsmiete – um 42% gestiegen. Ca. zwei Drittel der auf die Mieten umgelegten Kosten wurden dabei energetisch begründet.

Es geht auch anders

Dass das auch anders geht, zeigen wir mit fünf Beispielen klimafreundlicher Modernisierungen, bei denen Mieterhöhungen und Einsparungen bei den Heizkosten so austariert wurden, dass Mieter/innen nur sehr geringfügige bis moderate Mehrbelastungen tragen mussten. Die Mieter/innen mussten maximal einen Euro pro Quadratmeter mehr Warmmiete zahlen, bei zwei der Beispiele waren es ca. 25 Cent, zwei waren tatsächlich warmmietenneutral (d.h. auf die Mieter/innen ist keinerlei Warmmietenerhöhung zugekommen). Dabei sind durchaus relevante Energieeinsparungen erreicht worden – nach der Sanierung verbrauchten einige Wohnungen nur noch die Hälfte, andere nur noch ein Zehntel der Endenergie. Energetische Sanierungen dieser Art sind natürlich nicht zum Nulltarif zu haben: Die gesamten Sanierungskosten (inklusive der energetischen Modernisierungen) betrugen zwischen 3,5 Mio. € (für 48 Wohnungen) bis 105 Mio. € für (2.400 Wohnungen). Was unterscheidet unsere Beispiele von der vielfach verbreiteten, die Mieter/innen belastenden Modernisierungspraxis?

Sieben Stellschrauben für soziale Modernisierungen
Bei den Sanierungen wurden viele der sieben hier identifizierten Stellschrauben der Modernisierungskosten zugunsten der Mieter/innen genutzt:
  • Zurechnung der Maßnahmen zu Instandhaltung oder Modernisierung;
  • Falls möglich, Auf-/Ausbau von Dachgeschosswohnungen mit der Folge geringerer Modernisierungskostenanteile für die Bestandswohnungen;
  • etwas höhere Mietkosten bei Neuvermietung mit dem Ziel geringerer Modernisierungsumlagen für Bestandsmieten;
  • Härtefallregelungen, um alle Mieter/innen in den Wohnungen halten zu können;
  • Verzicht auf die volle Modernisierungsumlage;
  • Inanspruchnahme von Förderprogrammen des Bundes, über KfW bzw. Bafa, und der Länder insbesondere für energetische Sanierungen;
  • und/oder nur Umlage der energetischen Modernisierung, der allein Kosteneinsparungen der Mieter/innen gegenüberstehen.

Wir erläutern die Stellschrauben, zeigen die Auswirkungen anhand der Beispiele detailliert auf und ziehen Schlussfolgerungen für eine klimasoziale Sanierung.

Diese Veranstaltung wird für die Eintragung bzw. Verlängerung der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes mit
  • 2 Unterrichtseinheiten (Wohngebäude),
  • 2 Unterrichtseinheiten (Nichtwohngebäude)
  • 2 Unterrichtseinheiten (Energieberatung im Mittelstand), angerechnet.
Von der Architektenkammer Berlin werden
  • 2 Punkte anerkannt.
Von der Architektenkammer Brandenburg wird die Veranstaltung im Themengebiet Baupraxis als Weiterbildung anerkannt.

Für das Ausstellen einer Teilnahmebestätigung wird eine Verwaltungsgebühr erhoben.
30 € für Nichtmitglieder.
20 € für Mitglieder des Aktionskreis Energie e.V.

Wenn Sie die Vergünstigungen für Mitglieder in Anspruch nehmen wollen, schicken Sie uns vor der Anmeldung Ihren Antrag auf Mitgliedschaft.

Ihre Kontaktdaten verwenden wir ausschließlich zur Benachrichtigung über aktuelle Veranstaltungen des Aktionskreis Energie e.V. Für die Teilnahmebescheinigung geben Sie bitte Ihre vollständigen Adressdaten im Buchungsformular ein. Die Daten werden verschlüsselt übertragen!

DSGVO Datenschutzhinweis: Die Daten werden zur Veranstaltungsdurchführung an unseren Kooperationspartner, die KEBAB gGmbH, weitergeleitet. Eine Kopie der Teilnehmerlisten (Name, Vorname, Institution) geht an die VHS als Nachweis für Fördermaßnahmen. Siehe auch Datenschutzordnung des AkE.


Anmeldung

Ticket-Typ Preis Plätze
Teilnahmebescheinigung für Nicht-Mitglieder 30,00€
Teilnahmebescheinigung für AkE und LFE Mitglieder 20,00€
Eintritt für interessierte Besucher
Dank einer Förderung durch das Umweltamt Steglitz-Zehlendorf kostenfrei.
0,00€