Neujahrsempfang 2012

Datum: 11. Januar 2012
Zeit: 18:00 - 20:00
Ort: Wrangelschlösschen

Moderation: Dipl.-Ing. Peter Schrage-Aden, Aktionskreis Energie e.V.


Veranstalter: Aktionskreis Energie e.V.

Neujahrsempfang

Neujahrsempfang 2012

Die Begrüßungsrede hielt der Bezirksbürgermeister Herr Kopp, da die Bezirksstadträtin Frau Markl-Vieto absagen musste.

Sehr geehrte Damen und Herren !

Ich freue mich, Sie heute zum diesjährigen Neujahrempfang des Aktionskreises Energie zu begrüßen. Das vor uns liegende Jahr 2012 wurde von der UN-Generalversammlung zum „Internationalen Jahr der nachhaltigen Energie für alle erklärt. Der Schwerpunkt liegt für die UN auf „für alle“ und spricht damit die Bedeutung der nachhaltigen Entwicklung für die 1,5 Milliarden Menschen weltweit an, die ohne Stromversorgung leben.
Der Zugang zu nachhaltiger, sauberer Energie ist neben dem sauberen Wasser ein Schlüssel, um diesen Menschen zu langfristiger, dauerhafter und nachhaltiger Entwicklung zu verhelfen und die weltweite Armut zu bekämpfen. Nachhaltige
Energie schafft Jobs, Sicherheit, schützt das Klima, stärkt Volkswirtschaften und schützt Ökosysteme.

Bis 2030 sollen weltweit Regierungen, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft zur Erreichung von drei bedeutsamen Zielen bewegt werden:
1. Die Sicherstellung des universalen Zugangs zu moderner, sauberer Energie
2. Die Senkung des globalen Energieverbrauchs um 40%
3. Die Ausweitung des Anteils erneuerbarer Energienan der globalen Energienutzung auf 30%

Im Juni wird die Konferenz Rio +20 stattfinden, eine direkte Nachfolgekonferenz zum sogenannten „Erdgipfel“ von 1992. Damals vereinbarte die Weltgemeinschaft in Rio de Janeiro das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm „Agenda 21“.,womit es gelang, den Gedanken der nachhaltigen Entwicklung international auf die Tagesordnung zu setzen. Zwanzig Jahre danach jedoch haben sich die Probleme der Armut und des Klimawandels weiter verschärft. Weitreichende und konsequente Veränderungen sind dringend erforderlich.

Wir wollen hier vor Ort, in unserem Bezirk, unseren Beitrag dazu leisten. Das Bezirksamt hat vor vier Jahren Nachhaltigkeitsziele für die Arbeit des Bezirksamtes beschlossen. Derzeit wird ein Sachstandsbericht dazu vorbereitet, der im Juni vorliegen und die Basis für die öffentliche Diskussion und Fortschreibung bilden wird.
Schon jetzt können wir sagen, dass wir eines der zentralen Ziele, die Reduzierung der CO2-Emissionen der kommunalen Gebäude erreicht haben: bis 2009 wurden gegenüber dem Ausgangsjahr 1990 35% des klimaschädlichen Gases eingespart, rechnet man die Verbesserungen durch eine CO2-ärmere Stromversorgung hinzu, sind es sogar über 50%.
So wichtig das vorbildhafte Verhalten der öffentlichen Hand auch ist, der größte Teil der CO2-Emissionen wird privat verursacht, in Haushalten, im Gewerbe, im Verkehr.

Das Bezirksamt hat deshalb ein Klimaschutzkonzept erstellen lassen. Danach können im Bezirk bis zum Jahr 2020 mit ambitionierten, aber realistischen Anstrengungen eine halbe Million t CO2 pro Jahr ein sparen, das sind über 20 % des
bisher im Bezirk verursachten Ausstoßes.
Um diesen Schatz zu heben, bedarf es vielfältiger gemeinsamer Anstrengungen. Und dabei brauchen wir Sie! Wenn Sie den Suchbegriff „AK Energie“ eingeben, so werden Sie sehen, dass dieser allein 13 Mal im Klimaschutzkonzept erwähnt wird – bei der Beschreibung bisheriger Aktivitäten, aber auch als erhoffter Akteur für die geplanten Maßnahmen. Ihre Expertise, Ihre vielfältigen Erfahrungen damit, die neuesten Erfahrungen und Erkenntnisse für energetisches Bauen und Sanieren an diejenigen zu vermitteln, die es als Bauplanende, Bauausführende und als Auftraggeber und Auftraggeberinnen benötigen, sind von großer Bedeutung, um auch zukünftig immer mehr Menschen für den praktischen Klimaschutz zu gewinnen. Der AK Energie ist deshalb im Klimaschutzbeirat vertreten, ein Gremium, das auch zukünftig die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes begleiten soll. Sie sehen: wir zählen auf Sie!

Ich nutze jedoch die Gelegenheit heute, um auch alle anderen Anwesenden noch einmal anzusprechen und für die gemeinsamen Klimaschutzziele zu gewinnen. Viele der vorgeschlagenen Maßnahmen sind ja nicht nur notwendig für unsere Umwelt, sondern zugleich Beiträge zur Kosteneinsparung und zur Modernisierung von Produktions- und logistischen Abläufen, zu effizienterer Büroorganisation usw. Dazu nur noch eine Zahl: Im Bereich der bezirklichen Betriebe gehen Dreiviertel der CO2-Emissionen auf Stromverbrauch zurück. Es ist offenkundig, wie viel Potential zur Effizienzsteigerung und zum Klimaschutz hier darauf wartet, gehoben zu werden.

Schon bisher hat es eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Klimaschutzbeauftragten aus dem Umweltamt und dem AK Energie gegeben. Ich bin zuversichtlich, dass diese gute Kooperation fortgesetzt wird und das wir im Jahr von Rio +20 gemeinsam – auch mit vielen der hier Anwesenden – für den Klimaschutz aktiv werden.